Jubiläumsveranstaltungen 2021

Leider mussten die meisten der geplanten Veranstaltungen ausfallen, vor allem beim Quartiersflohmarkt ist uns das besonders schwer gefallen – im Nachhinein aber die richtige Entscheidung. Leider haben sich die Umstände auch nach einem Jahr nicht wirklich verbessert, deshalb planen wir nicht weiter. Sollte es irgendwann wieder möglich sein, Menschen zu sich nach Hause einzuladen, müssen wir sehen, ob es Kapazitäten für die Organisation gibt.

 
Glücklicherweise kann unser großes Ausstellungsprojekt „GrundRisse – Ein Quartier im Umbruch“ vom 17. April bis zum 24. Mai jetzt doch noch stattfinden. An 15 Stationen wird die Geschichte und die Geschichten einzelner Häuser auf einem Bauzaunbanner in Text und Bildern nachvollzogen. Jeder/r kann sich einen Monat lang selbst auf den Weg machen, um das Quartier neu kennenzulernen, näheres demnächst auch hier: www.alltagskultur.info/grundrisse  Hier eine kurze inhaltliche Zusammenfassung:
 

Die Bebauung von Freiburgs Sedanviertel und Im Grün begann vor etwa 150 Jahren, als die landwirtschaftlich genutzten Flächen vor der ehemaligen Festungsanlage zu Bauland wurden. Schon damals wirkten verschiedene Bedürfnisse einer wachsenden Stadt auf das entstehende Quartier ein. Seitdem ziehen sich widerstreitende Interessen, Brüche und gesellschaftliche Entwicklungen als GrundRisse durch die Geschichte eines Quartiers im Umbruch. Die Stationen geben Einblicke in Gründerzeit, Werkstätten, Industriebetriebe, Zwischennutzungen, Auseinandersetzungen um selbstbestimmte Freiräume, Verdrängungen, sowie den Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft.

Dieser Blickwinkel wirft auch Fragen nach der Stadt von morgen auf. Denn so betrachtet, kann Stadtgeschichte dazu ermutigen, sich einzumischen und das Leben in den Stadtquartieren aktiv mitzugestalten.

Ein kooperatives Ausstellungsprojekt des Grethergeländes, des Instituts für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie der Uni Freiburg und des Fachbereichs Gestaltung der Hochschule Offenburg zeichnet diesen Wandel an 15 Stationen im Quartier nach. Ausgehend von einzelnen Gebäuden und Arealen macht es dessen Entstehung und die vielfältigen Veränderungen in den vergangenen 150 Jahren sichtbar.

 

Am 1. Mai um 16 Uhr wird auf dem Grethergelände – unter Beachtung der Hygienevorschriften – ein Mahnmal für die Zwangsarbeiter*innen, die unter dem NS in der Grether’schen Fabrik zur Arbeit gezwungen wurden, enthüllt, zum Gedenken und gegen das Vergessen.

Zu dem Thema gibt es zudem eine von Maxilene Schneider sehr gut recherchierte Broschüre, die über den  Jos Fritz Buchladen zu beziehen ist, Titel „NS-Zwangsarbeit auf dem Freiburger Grethergelände, Ausschnitte eines öffentlichen Massenverbrechens“ (ISBN 978-3-928013-91-8, 8 Euro).

 

Nach wie vor kann der Audioguide (https://rdl.de/audioguide-im-gruen) jederzeit abgerufen werden. Mit dem Smartphone kann jede/r selbst zu den Originalschauplätzen gehen oder sich die vielen Geschichten zum Viertel im Internet anhören.
 

Viele Grüße von eurem Quartiersflohmarkteam

 

Wer ist „2020 – Gemeinsam im Quartier“?

Inspiriert durch die Quartiersflohmärkte in Basel (www.quartierflohmibasel.ch), die der Verein Stadtprojekt dort jährlich an vielen Standorten durchführt (und der uns toll bei Organisationsfragen unterstützt hat), möchten wir dieses schöne Konzept nachbarschaftlichen Austausches im Rahmen des 900-Jahre-Jubiläums auch in Freiburg etablieren. Diese Aktion ist der Auftakt zu einer Reihe weiterer Veranstaltungen, die unter dem Motto „2020 – Gemeinsam im Quartier“ stehen. Ziel ist, den nachbarschaftlichen Austausch zu fördern und nicht nur Besucher*innen einmal andere Einblicke in unser Viertel zu ermöglichen. Und vielleicht finden wir es dann alle so toll, dass es auch in Zukunft wiederholt wird.

Dazu hat das Grethergelände den Verein „GretherKultur“ gegründet. Unterstützt wurden wir vom BÜFO, der Stadt Freiburg, der Uni Freiburg (KAEE), der Hochschule Offenburg und vielen anderen. Vielen Dank dafür!